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Tipp Fussball – Der Heimvorteil

Tipp Fussball – Der Heimvorteil

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Wie wichtig ist der Heimvorteil?

Wer beim Fussball über die Hälfte der Spiele richtig tippen will, der sollte auf die Heimmannschaft tippen. Noch immer liegt die Quote der Heimsiege in der Fußballbundesliga mit 45,4 % 2017/208 deutlich über Unentschieden (27,1%) oder Auswärtssieg (27,5%). Doch die Quote hat in den letzten Jahren stetig abgenommen. Läge sie wie in den noch in den 70er Jahren deutlich über 50%, in der Saison 1977/1978 bei sage und schreibe 62,4%, dann lohnte es sich tatsächlich in allen Spielen auf die Heimmannschaft zu tippen. Doch die guten alten Zeiten sind vorbei. Wer heute Tippkönig in seiner Tipprunde werden will, der muss in der Regel 51% seiner Spiele richtig tippen. Da sollte dann schon das eine oder andere Unentschieden oder eine Auswärtsniederlage dabei sein.

Worin besteht der Heimvorteil?

Worin der Heimvorteil besteht und warum er im Laufe der Jahre immer kleiner geworden ist, darüber gibt es unzählige Studien. Die einzelnen Argumente, warum der Heimvorteil ein Heimvorteil ist, reichen dabei von bestechend bis weit hergeholt. In einem stimmen sie aber überein: Als alleiniges Erklärungsmuster reichen sie nicht aus. Spannend sind sie allemal.

Der Betze bebt

"Der Betze bebt!" Der Betzenberg in Kaiserlautern ist ein Mythos. Wer dort in der Vergangenheit Punkte holen wollte, der musste sein ganzes Können aufbieten, um sich gegen leidenschaftlich kämpfende und entfesselte aufspielende Lauterer im Hexenkessel der roten Teufel erfolgreich zur Wehr zu setzen. Anfang der 1980er Jahre regte Paul Breitner sogar an, die Punkte mit der Post auf den Betze zu schicken. Ende der 1970er Jahre holte der FCK sogar über 80% seiner Punkte zu Hause.

Heimvorteil Hexenkessel

Auf den ersten Blick haben die Zuschauer einen erheblichen Einfluss aus das Spielgeschehen. Es vergeht kaum ein Bundesligaspieltag, an dem der Gästetrainer nach einer Niederlage nicht das Heimpublikum für die Auswärtsniederlage verantwortlich macht: "Durch eigene Fehler machen wir den Gegner stark, dann kommt natürlich auch das Publikum und dann wird es schwer." "Leider hat sich meine Mannschaft von der großen Kulisse beeindrucken lassen." "Ob der Schiri sich auch getraut hätte den Elfer bei uns zu Hause vor der gelben Wand zu geben, das lasse ich mal dahin gestellt." Ob gelbe Wand, Nordkurve, Westkurve, Ostkurve oder Südkurve, wenn das Publikum kommt, rückt der Heimsieg näher. Weil Auswärtsmannschaften der Schiri sich von der Kulisse beeindrucken lassen. So weit, so nachvollziehbar. Für den richtigen Fusball-Tipp aber nicht hinreichend.

Heimnachteil Druck

Doch Funken, die vom Spielfeld auf die Ränge oder von den Rängen auf das Spielfeld springen, setzen nicht nur Endorphine frei sondern können auch lähmen. Schliesslich steht das Publikum nicht immer wie ein Mann und eine Frau hinter Mannschaft, Trainer und Vorstand. Ob Stimmungsboykott der Ultras, oder Pfiffe von der Haupttribüne, ein volles Stadion kann die eigene Mannschaft auch verunsichern oder lähmen. Der Druck auf den Schultern des einen, ist die Motivation des anderen. Lässt sich eine Auswärtsmannschaft vom Publikum einschüchtern, ist der Fanatismus der Heim-Fans, das Adrenalin des anderen. Erinnert sei hier an Ex-Titan Olli Kahn, der es "geil" fand, wenn das ganze Stadion gegen ihn war. Und auch so mancher Schiedsrichter könnte es "geil" finden sich einem Vorwurf nicht auszusetzen: Ein Heimschiedsrichter gewesen zu sein. Auch, wenn die Fans dann wissen, wo sein Auto steht

Im eigenen Wohnzimmer

Zu Hause ist es doch am Schönsten. Und auswärts ist eben anders: Zwischen 64 und 75 Meter breit und 100 und 110 Meter lang betragen die von der FIFA vorgeschriebenen Maße für den Fussballplatz. Zu Hause, da kennt man jeden Grashalm, weiss wo die treusten der Treuen stehen und die kritischsten der Kritischen sitzen. Man weiss, wo man in der Kabine Platz nimmt, welche Einlauf-Song läuft und wo die Liebste sitzt, die sich über unsere Kusshand beim Torjubel freut. Man hat im eigenen Bett geschlafen und weiss genau, welchen Ball man noch ersprinten kann und welcher im Toraus landet. Das eigene Stadion, das eine Arena ist, kennt man wie seine Westentasche, hier macht einem keiner was vor. So lautet ein weiteres wichtiges Argument für den richtigen Tipp beim nächsten Bundesligaspiel: Zu Hause weiss ich Bescheid, Auswärts muss ich mich erst zu Recht finden. Und bis dahin ist das Spiel vorbei und der Gegner hat 3 Punkte.

Geringere Reisestrapazen?

Es gab Zeiten in der Fussball-Bundesliga, da galt das Trinken von Wasser als ungesund, Medizinbälle zu schleppen als State-of-the-Art und die Auswärtsreisen fanden in Mannschaftsbussen statt, in denen sich heute kein Grundschüler mehr zum Schulsport bringen lassen würde. Die Sportmedizin war noch in den Kinderschuhen, das Reisen war beschwerlich und so kamen die Auswärtsmannschaft schon gerädert im gegnerischen Stadion an, bevor das Spiel angepfiffen wurde. Kein Wunder, dass man spätstens ab der 70. Minute hinten drin stand und ab der 80. den Ball aus dem eigenen Netz holen konnten.

45,4 % für das Heimteam

Welches Argument das Schlagendste ist, das überlassen wir den geneigten Leserinnen und Lesern. Eines aber ist sicher, das nächste Heimspiel kommt bestimmt und wird mit 45,4% Wahrscheinlichkeit mit einem Sieg für Heimatmannschaft enden. Also dann: Möge der nächste Fussball-Tipp der Eurige sein.