kt
Über uns

Wann ist ein Handspiel ein Handspiel?

Wann ist ein Handspiel ein Handspiel?

Wir verwenden Cookies, um Inhalte und Anzeigen zu personalisieren und geben Informationen zu Ihrer Nutzung an unsere Werbepartner weiter. Details ansehen

HAAAAAAAAAND!

Es ist laut! Ein kollektiver Aufschrei erfüllt die Arena, das Stadion, die Bezirkssportanlage. Ist ja klar. Wir sind beim Fußball! Da hat die Hand nichts verloren. Aber nicht jedes Handspiel, das lautstark gefordert wird, ist ein Handspiel. Wann ist Hand wirklich HAAAAAAAAAAND? Der Antwort auf diese Frage wollen wir aufspüren und wir beginnen dort, wo der Fußball seinen Anfang nimmt: auf dem Schulhof.

Mit Absicht

"Neiiin, neiiin, das war keine Hand, Ihr seid so unfair!!!" So klingt es tausendfach über Deutschlands Schulhöfe. Wenn sich Luca, Lisa, Kevin, Murat oder Daniele dem Ball hinterher jagen. Und genau hier beginnt unsere kleine Regelkunde zum Handspiel: Bei der Wahrnehmung, dass der Ball mit der Hand gespielt wurde. Bevor Schiedsrichterinnen und Schiedsrichter ein Handspiel pfeifen, müssen sie es erst einmal wahrnehmen.

  • Ohne die Wahrnehmung, dass die Hand den Ball berührt hat, kann kein Handspiel gepfiffen werden.

Auf der Seite des DFB lesen wir weiter:

Dem gegnerischen Team wird ein direkter Freistoß zugesprochen, wenn ein Spieler den Ball absichtlich mit der Hand spielt (gilt nicht für den Torwart im eigenen Strafraum).

  • Ein Handspiel ist ein Handspiel, wenn die Hand absichtlich zum Ball geht.

Hand und Arm

Aber was ist eigentlich die Hand? Das Ding mit den 5 Fingern dran und der Arm bilden laut Regelwerk die Hand, so dass das Handspiel eigentlich Hand-Arm-Spiel heissen müsste, aber das ist zum Schreien einfach zu lang. Wir halten also fest.

  • Handspiel ist, wenn Hand oder Arm absichtlich den Ball spielen, der zum Fußballspielen gedacht ist.

Woran erkenne ich denn die Absicht?

Wenn das so einfach ist mit dem Handspiel, warum gibt es dann so viel Streit darüber? Vermutlich, weil der Absicht nicht so leicht Absicht nachzuweisen ist. Weil die Absicht gerne im Trikot der Unabsichtlichkeit über das Spielfeld läuft. Gut, dass es die FIFA gibt, um diesem konspirativen Treiben ein Ende zu bereiten. Die FIFA gibt uns und dem DFB kluge Fragen, wie wir die Absicht der Absicht überführen.

  • Ging die Hand zum Ball?
  • Oder der Ball zur Hand? In Hochgeschwindigkeit nicht immer leicht zu sehen und selbst in Zeitlupe ein beliebter Aufreger auch Tage nach dem Spiel.
  • Hatte der Spieler die Gelegenheit auszuweichen?Je kürzer die Distanz desto schwieriger ist es auszuweichen. Ein klassisches Beispiel dafür, dass die Zeit ausgereicht hätte, ist das Vergrößern der Körperfläche. Wer es schafft sich größer zu machen, hätte sich auch kleiner machen können. Aber wer macht das schon gerne? ;-)
  • Befindet sich die Hand in einer unnatürlichen Haltung?Ein schönes Beispiel ist die auf dem Schulhof gerne zum Beweis der Unschuld angeführte "Schutzhand" dar. Sie ist ein klassisches absichtliches Handspiel wie wir es regelmäßig in springenden Abwehrmauer bei Freistössen beobachten. Hochspringen und Hand vors Gesicht gilt nicht. Weil der Spieler genug Zeit hatte auszuweichen.

Ist Handspiel immer Gelb?

Wenn das immer so einfach wäre: Handspiel = gelbe Karte. Liegt kein absichtliches Handspiel vor, ist ja der Regel nach ohnehin kein Handspiel. Liegt ein absichtliches Handspiel kommt es darauf an, ob lediglich Freistoß gepfiffen, Gelb gezückt oder der Übeltäter unter die Dusche geschickt wird. Worauf kommt es denn an, fragt sich da interessierte Fans, Aktive und Hobbyschiedsrichter. Darauf, ob das Handspiel unsportlich ist, sagt der DFB. Was komisch klingt, weil ja, derjenige, der ein Spielgerät, das mit den Füßen gespielt werden soll mit der Hand spielt, sich zumindest der Unsportlichkeit verdächtigt macht. Aber gut.

  • Ein Handspiel ist unsportlich, wenn der Gegner durch das Handspiel nicht an den Ball kommt: GELB!
  • Ein Handspiel ist unsportlich, wenn mit Gottes Hand ein Tor erzielt wird: GELB!
  • Ein Handspiel ist grob unsportlich, wenn durch das Handspiel ein Tor oder eine klare Torchance verhindert wurde: ROT!
  • Ein Handspiel ist "sportlich", wenn der Versuch mit der Hand den Ball zu spielen oder mit der Hand ein Tor zu verhindern scheitert: WEITERSPIELEN!

Wann gibt es endlich keine zwei Meinungen mehr?

Nie. Ist halt Fußball. Und wie schreibt der DFB so schön auf seiner Webseite?

Fazit: Beim Handspiel wird es immer wieder zu Situationen kommen, die man nicht einheitlich bewertet, weil viele Faktoren für oder gegen eine Absicht sprechen können. Die Grenzen sind hier teilweise schwer zu ziehen, und darum zum Abschluss ein einfacher aber sinnvoller Tipp an die Schiedsrichter:

Lieber ein absichtliches Handspiel weniger bestrafen als ein unabsichtliches zu viel.

So wahr uns der Fußballgott helfe ;-)